Rotkappensittich Portrait

Der Rotkappensittich - Purpureicephalus spurius

Steckbrief des Rotkappensittich

Der Rotkappensittich (Purpureicephalus spurius – Kuhl, 1820), auch als Kappensittich bezeichnet, ist eine australische Papageienart, die eine ausgesprochen farbenfrohe Vogelart ist. Er ist der einzige Vertreter der Gattung Kappensittiche (Purpureicephalus).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Der Rotkappensittich ist etwa 36 cm lang und wiegt 98 bis 156 g. Stirn, Scheitel und Nacken bilden eine karminrote Kappe. Die Kopfseiten sind grünlich-gelb. Charakteristisch ist sein langer Oberschnabel. Hals, Bauch und die obere Flankenregion sind violett-blau, Rücken und Flügeldecken grün, unterer Rücken und Oberschwanzdecken gelb und der Unterbauch und Unterschwanzfedern rot.

Rotkappensittich, Männchen (Purpureicephalus spurius)

Die erwachsenen Weibchen sind dem Männchen sehr ähnlich, wenn auch manchmal etwas blasser als dieses; ihr Hauptunterscheidungsmerkmal ist ein weißer Streifen auf der Flügelunterseite. Die Jungtiere sind überwiegend grün.

Rotkappensittich, Weibchen (Purpureicephalus spurius)

Systematik und Unterarten

Der Rotkappensittich wurde 1820 von Heinrich Kuhl beschrieben, wobei keine Unterart anerkannt wurde.

Obwohl genetische Analysen zeigen, dass er zur Gattung der Psephotellus-Sittichen gehört und sein engster Verwandter des Vielfarbensittichs (Psephotellus varius) ist, wurde er wegen seines charakteristischen langen Oberschnabels in eine eigene Gattung eingeordnet. Demzufolge sind Rotkappensittiche monotypisch und umfassen nur eine einzige Art.

Verbreitungsgebiete und Habitate

Der Rotkappensittich kommt im äußersten Südwestaustralien vor, meistens innerhalb von 100 km von der Küste entfernt. Er bewohnt dichte bis offene Wälder und Waldgebiete sowie das Heideland der Küstenregionen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich südlich vom Moore River bis zur Küste nach Esperance. Nachweise der Art erstrecken sich von der Südküste ins Landesinnere bis nach Gingin und Mooliabeenee. Innerhalb seines Verbreitungsgebiets ist er in Gebieten mit höheren Niederschlägen sesshaft und in trockeneren Gebieten örtlich nomadisch.

Verbreitungsgebiet Rotkappensittich

Der übliche Lebensraum sind Eukalyptuswälder oder Waldgebiete, aber seine Verbreitung ist meist mit Marri-Bäumen (Corymbia calophylla) verbunden. Diese Baumart stellt eine ständige Nahrungsquelle dar und hat seit der Besiedlung durch die Europäer in ihrem Verbreitungsgebiet und in ihrer Population zugenommen. Der Sittich kann in einer Vegetation gefunden werden, die auch von anderen Baumarten wie „Jarrah“ (Eucalyptus marginata), „Tuart“ (Eucalyptus gomphocephala), „Wandoo“ (Eukalyptus wandoo), „Yate“ (Eukalyptus cornuta) und Pfefferminzbaum (Agonis flexuosa) dominiert wird.

Er ist auch auf Ackerland, in Obstplantagen und in vorstädtischen Landschaften anzutreffen. Er kommt auch in der Nähe von Restbeständen von Marri-Bäumen vor, die als Schattenbäume auf Ackerland im westaustralischen Weizengürtel (Wheatbelt) und in der Schwan-Küstenebene (Swan Coastal Plain) erhalten werden.

Rodungen und die Entfernung von Bäumen können sich nachteilig auf ihn auswirken. Der Rotkappensittiche nutzt große Bäume, um sich nachts dort niederzulassen und sich tagsüber dorthin zurückzuziehen. Im Allgemeinen meidet er Eukalyptus- und Kiefern-Monokulturen. Der Sittich wird auch häufig in Seenlandschaften, an Straßenrändern, in Obstgärten und in vorstädtischen Gebieten beobachtet.

Nahrung und Ernährungsweise

Sie ernähren sich von Marribaum-Samen und von Samen anderer Eukalyptusbäume, insbesondere „Jarrah“ (Eucalyptus marginata) und „Yate“ (Eukalyptus cornuta), auch von solchen wie Silbereichen (Grevillea), Silberbäumen (Hakea, Xylomelum) , Kasuarinen (Casuarina), Pfefferminzbäumen (Agonis) und Gräsern, insbesondere Flughafer (Avena fatua). Zudem ernährt sich der Rotkappensittich von Blüten mehrerer Eukalyptusarten, von Blattknospen und Insekten und deren Larven. Er gilt manchmal als Schädling in Apfel-, Birnen- und Zitrusfrüchten-Plantagen.

Der Rotkappensittich kann mit seinem schlanken Hakenschnabel die samen aus den Samenkapseln der Eukalyptusbäume herausziehen. Das geschieht fast immer auf dem Boden indem er zumeist mit dem linken Fuß die Kapsel festhält („Linkshänder“).

Stimme und Verhalten

Der schnell wiederholte Kontaktruf wurde als „krukk-rak“ oder „crrr-uk“ umschrieben, während der Alarmruf aus einer Reihe hoher, lauter Töne besteht. Männliche Vögel schnattern laut, wenn sie aufgeregt sind oder ihr Nestrevier markieren, aber im Gegensatz zu Rosellas nicht beim Füttern. Nestlinge und Jungvögel machen bis zu zwei Wochen nach dem Verlassen des Nestes einen hohen, zweisilbigen Ruf zum Betteln um Nahrung.

Die Sittiche sind paarweise oder in kleinen Gruppen von 4 bis 6 Individuen anzutreffen, auch gelegentlich in größeren Schwärmen von 20-30 Vögeln. Die Vögel können sich mit Ringsittichen (Barnardius zonarius) oder Westlichen Gelbwangensittich (Platycercus icterotis) vergesellschaften. Der Rotkappensittich ist scheu und zieht sich oft in die oberen Baumkronen zurück, wenn er gestört wird.

Brutbiologie

Der Rotkappensittich brütet von August bis Dezember. Seine Nester sind in hohlen Ästen oder Baumhöhlen, normalerweise hoch in Jarra-, Marri- oder Wandoo-Bäumen. Die Nester sind im Allgemeinen 50-100 m voneinander entfernt, und die Paare verteidigen sie während der Nistzeit energisch gegen andere Vögel, insbesondere andere Rotkappensittichen.

Das Weibchen legt 4 bis 7 Eier und bebrütet sie ca. 20 bis 24 Tage lang. Die Nestlingszeit dauert ca. 5 Wochen. Das Männchen beobachtet das Weibchen von einem nahe gelegenen Baum aus und signalisiert ihm, dass es das Nest verlassen soll, um Nahrung bei ihm zu holen.

Gefährdung und Schutzstatus

Der Rotkappensittich ist gemäß BNatSchG (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14) besonders geschützt und ist im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgeführt. Er ist nach Anlage 5 der BArtSchV von der Anzeigepflicht ausgenommen.

Der Rotkappensittich wurde zuletzt 2016 für die Rote Liste der bedrohten Arten der IUCN bewertet. Er wird als am wenig gefährdet (Least Concern) eingestuft.

Obwohl der Rotkappensittich als Schädling im Obstanbau abgeschossen wurde und von der Waldrodung betroffen ist, wird vermutet, dass die Population zunimmt, da die fortschreitende Lebensraumzerstörung neue Gebiete mit geeigneten Lebensräumen schafft.

Quellen und Literaturangaben

Rote Liste gefährdeter Arten des IUCN. Unter: https://www.iucnredlist.org/species/22685087/93058564

Macaulay Library: Unter: https://search.macaulaylibrary.org

K. Immelmann: Die australischen Plattschweifsittiche. Die Neue Brehm-Bücherei. A. Ziemsen Verlag, Wittenberg Lutherstadt, 1976.

Ihre Fragen an die Fachgruppe im DKB

Im Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbund e.V. ist die Fachgruppe der Sittiche und Exoten für den Rotkappensittich zuständig.

Im Bereich der Sachkunde finden Sie Erstinformationen zur Haltung von Sittichen.

Wenn Sie Fragen zum Rotkappensittich haben, kontaktieren Sie uns. Wir führen diese und unsere Antworten dann in Unterartikeln auf.

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